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Deutscharbeit 10b 4. April 2006 „Die Entdeckung der Langsamkeit“

 

Aufgabe:

Sherard Lound begeistert sich für die Kriegsschiffart. Er überlegt, ob er nach Abschluss der Schule zur Kriegsmarine gehen soll. In einem Gespräch bittet er seinen Freund John Franklin, der bereits Erfahrungen auf einem Kriegsschiff gesammelt hat (Schlacht vor Kopenhagen, S. 55 – 67), um Rat. Schreibe einen Dialog, in dem Sherard und John die Frage diskutieren, ob Sherard zur Kriegsmarine gehen soll.

Gib ein inhaltlich substanzielles und auf hohem sprachlichem Niveau geführtes Gespräch wieder.

 

Anm.: Hm, ich find die Klausur heute eigentlich gar nicht so super xD Ist wahrscheinlich nur eine 1+ geworden, weil ich nur 2 Rechtschreibfehler gemacht hab. Ich hab mal die Stellen mit Kursiv markiert, die ich wirklich gut finde.

 

John und Sherard schlendern während eines Landgangs über die Straßen von Kap Leeuwin. Sie befinden sich auf einer Reise mit der „Investigator“ zur Terra australis. Sherard träumt vor sich hin, was John aufgrund seiner Langsamkeit anfänglich nicht bemerkt hat. Doch nun spricht er ihn an: „Was ist heut los mit dir Sherard? Sonst bin doch immer ich derjenige, dem die Träume nicht aus dem Kopf gehen.“

Sherard: „Ach weißt du, ich denke, ich werde das Schiff bald verlassen und zur Kriegsmarine gehen. Hier ist es mir zu langweilig. Die Tage dauern zu lang und die Nächte sind zu kurz.“

John: „Bist du dem Wahnsinn verfallen? Warum findest du es auf der Investigator denn uninteressant? Lass dir gesagt sein, die Kriegsmarine ist nichts für dich, Sherard.“

Sherard: „Ach, meinst du? Ich bin nicht wie du, John, ich komme mit der Hektik gut klar. Stell dir nur vor, du kämpfst für dein Land, welch eine Ehre!“

John: „Ich habe eine Schlacht miterlebt und weiß genau wie viel Ehre du erhalten wirst. Keine nämlich. Wenn du deinen Körper einbüßt, wenn das Blut aus dir herausläuft, das ist eine Niederlage und nicht etwa eine Ehre. Denk doch einmal daran, wie schnell du sterben könntest.“

Sherard: „Woher willst du wissen, dass ich sterben würde? Ich bin schnell und geschickt, ich kann laufen wie kein zweiter!“

John: „Als ob dir das etwas nützen würde. Viele Seeleute sind so wie du und trotzdem im Krieg gefallen. Gegen die Kanonen kannst du nichts ausrichten, sie sind schneller als jedes Leben, denn sie existieren nicht natürlich. Ich bin das beste Beispiel, Schnelligkeit hat nichts mit sterben zu tun, schließlich habe ich die Schlacht überlebt.“

Sherard: „Ja, du. Du hast deinen Feind auch mit bloßen Händen zerdrückt! Ich bewundere dich, John.“

John: „Dafür bewunderst du mich? Er war ein Mensch, und ich habe ihm das höchste Gut, sein Leben genommen. Woher weiß ich, dass er mich töten wollte? Vielleicht hätte er sich ergeben wollen? Hätte er noch irgendetwas gesagt? Hatte er eine Familie, einen Sohn wie dich, mein Freund? Das sind einige der Fragen, die dich verfolgen, wenn du wach bist. Aber den Schrecken der nächtlichen Träume kann man nicht in Worte fassen. Nach dem Krieg tobt die Schlacht in dir weiter.“

Sherard: „Damit muss ein Held zu leben wissen.“

John: „Ein Held? Waren sie nicht alle Helden? Du hast nicht das Recht über Leben und Tod zu entscheiden. Beulen, Kratzer und Stiche des verletzten Schiffes machen dich noch lang nicht zum Helden. Du kannst ganze Körperteile verlieren, Nelson selbst hat nur noch ein Auge.“

Sherard: „Und? Nelson ist Admiral der englischen Flotte!“

John: „Ach, was hast du noch naive Träume. Glaubst du wirklich, du kommst dahin, wo Lord Nelson heute ist? Sherard, dafür musst du Menschen töten, siehst deine Freunde sterben und erst das ganze Blut, wenn der Sand schon von Bord gespült wurde. Kannst du damit leben?“

Sherard: „Vielleicht nicht, vielleicht schon, was kann ich dir heut auch dazu sagen. John, ich muss meine eigenen Erfahrungen machen. Die kannst du mir nicht vorweg nehmen. Wenig Platz ist auf jedem Schiff, ob es die Welt umkreist oder zum Kämpfen dient.“

John: „Da hast du Recht. Ich hoffe nur, ich werde nicht bald dein Grab besuchen müssen…“

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